Finanzen

Das ausland lebt von monetären und nicht-monetären Ressourcen. Seit der Gründung des auslands vor 6 Jahren und immer noch ist es uns wichtig, nicht konstant von staatlichen Fördermitteln oder privaten Sponsoren abhängig zu sein. Dadurch behalten wir die Entscheidungsfreiheit, bei kulturpolitischen Trends und thematischen Förderungen mitzumachen oder es sein zu lassen, wir behalten uns vor, so viel oder wenig, so regelmäßig oder unregelmäßig und so  sperrig oder eingängig zu veranstalten, wir es uns gerade am Herzen liegt.

Dies ist nur möglich, weil niemand, der im ausland aktiv ist, dafür bezahlt wird.* Zu den anfallenden Arbeiten im Ausland zählen Booking, Werbung, Rauminstandhaltung und die eigentliche Durchführung der Veranstaltungen. Die Einnahmen an der Bar reichen knapp, um die Unkosten (Strom, Telefon, Heizung, Miete etc) zu decken, sind aber nicht genug, um über die am Eintritt eingenommen Gelder hinaus Gagen zu subventionieren oder uns irgendwelche Löhne oder auch nur Aufwandsentschädigungen zu zahlen.

Oft bemühen wir ausländer/innen uns um Fördergelder, denn sie erleichtern unsere Arbeit und ermöglichen uns, den auftretenden Künstler/innen angemessene Gagen zu zahlen. Wenn es uns gelingt, Fördergelder zu bekommen, so sind diese meistens an bestimmte Projekte gebunden. Dies sind dann in der Regel kleinere und größere Festivals, oder auch Veranstaltungsreihen. Im Jahr 2008 waren beispielsweise die Reihe "Biegungen", das Festival "Dein Wort in Gottes Ohr"  und "A Weekend at the Hotel TUB" gefördert. Geförderte Veranstaltungen sind leicht am Logo der entsprechenden Fördergeldgeber zu erkennen. Außerdem haben wir in unregelmäßigen Abständen Spielstättenförderung bekommen, die allerdings nicht in Veranstaltungen/Produktionen fließen durfte, sondern laufende Kosten deckte. 2009 haben wir wieder das zweifelhafte Vergnügen, unsere laufenden Kosten selbst zu erwirtschaften.

Die meisten Veranstaltungen finden jedoch ohne Förderung statt: Die KünsterInnen erhalten den Eintritt, die VeranstalterInnen und HelferInnen arbeiten ehrenamtlich, die Bareinahmen dienen zur Deckung der laufenden Kosten. Diese Art zu Veranstalten hat oben genannte Vorteile sowie klar auf der Hand liegende Nachteile: Weder unsere Vermieter lassen sich davon überzeugen, daß die Gagen eben schwanken und die Miete diesen Monat deshalb nur die Hälfte betragen kann, noch können wir es uns groß auf die Fahnen schreiben, Berlins Ruf als arme, sexy und kulturell lebendige Hauptstadt für umme mitzugestalten und den Trend fördern, daß das doch alle tun sollten. Andererseits ist es großartig, sich nicht von den Finanzen die Möglichkeit des Veranstaltens diktieren zu lassen!

Und natürlich gilt auch: Wir freuen uns über jedes neue Fördermitglied! Und wir können immer Hilfe gebrauchen. Wer Interesse hat, im ausland mitzuarbeiten, kann sich über die Kontaktseite bei uns melden.

* Im Dezember 2008 haben wir eine auf 3 Jahre befristete Kulturstelle bekommen, deren Inhaberin die Buchführung der auslands erledigt. Dies bedeutet einen neuen Schritt in unserer Mischökonomie, die sich mit dem Leben des auslands und seiner BetreiberInnen permanent ändert.