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  • 16 Apr 2010 - 20:00
    apT Die Fremden
    apT Die Fremden
    apT Die Fremden
    Series:

    Die Fremden

    frei nach "Die Bakchen" von Euripides
    Neue Inszenierung

    Theater mit Menschen, Masken und Figuren

    Dionysos kehrt mit seinem tanzenden und singenden Gefolge zurück nach Theben an das Grab seiner Mutter Selene. Das die alten Sitten und Gebräuche in Frage stellende Treiben der Anhängerinnen des Dionysos stört Thebens König Pentheus, den Machthaber des Landes. Ihre die alten Autoritäten missachtende Lebensart und ihre neuen Götter behindern seine Bemühungen um eine Modernisierung des Landes, die er v.a. durch Ordnung und Disziplin erreichen will. Der Widerspruch zwischen der rauschhaften Mystik des Dionysos und der staatstragenden Rationalität Pentheus' erreicht in der Gestalt von Agaue, der Mutter des Pentheus, seinen Höhepunkt, als diese sich zum neuen Kult bekennt.

    apT Figurentheater der Humboldt-Universität Berlin

    Ausstattung: Ensemble
    Figuren: Silke Haider und Ensemble
    Licht: Karl Mields
    Text: Christian Noack

    Presse:
    http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/gesundheit/art300,1893089
    http://www.scheinschlag.de/archiv/1999/12_1999/texte/kultur4.html

    Pressespiegel
    dfp FRITZ-WORTELMANN-PREIS 2009
    Ruhr-Nachrichten 30.11.2009 1/2

    Weın, Weib und Gesang
    „Die Fremden" nimmt Zuschauer mit auf eine Zeitreise in die Antike

    Bochum * Die Scheinwerferdämmerung erhellt nach und nach den zuvor stockfinsteren Bühnenraum. Gerade kauerten die drei Gestalten noch mit angezogenen Beinen am Boden. Nun springen sie auf und hüpfen unter wildem Gesang umeinander. Was so ausgelassen beginnt, endet schließlich in einer Tragödie.
    Das apT-Figurentheater nimmt die Besucher des Melanchthonsaals mit auf eine Zeitreise in die griechische Antike und zeigt in „Die Fremden“, dass Familienzwiste und die Furcht vor dem Unbekannten so alt sind wie die Menschheit selbst.
    Zucht und Ordnung

    „Viele Morgen ohne Sorgen“, jubeln die Frauen aus dem Gefolge des Dionysos im Chor. Gunter Weisbrod in der Rolle des Gottes von Wein, Weib und Gesang hat es mit den ungezwun- genen Damen ins tugendhafte Theben verschlagen. Schon bald gerät er dort mit seinem Cousin Pentheus, einem feldwebelartigen Verfechter von Zucht und Ordnung, aneinander. Vor allem Christian Noacks humorvolle Darbietung des Adjutanten Kethon sorgt dafür, dass sich in der Inszenierung frei nach Euripides Ernst und Witz die Waage halten.
    Das Berliner Amateurensemble, das in Bochum mit um den Fritz-Wortelmann- Preis streitet, sorgt mit verschiedenen Spieltechniken für einen interessanten Auftritt. Mal stehen die Schauspieler weißmaskiert wie im klassischen Altertum im Mittelpunkt. Dann treten sie zurück und lassen schlichte Puppen den Kampf zwischen Freiheit und Disziplin ausfechten.
    Das Spiel unter den starren Masken und die zeitweilige Reduktion der Figuren auf Puppen fordern die Akteure heraus. Insbesondere Silke Haider brilliert hierbei in der Rolle der Dionysosfreundin Klyphia. Sie und ihre Gefährtin Sylvi Finger alias Lykone ziehen ausgerechnet Pentheus` Mutter Agaue auf ihre Seite. Als der disziplinfanatische Sohn sich im Schatten der Nacht als Frau kostümiert zur Aussprache schleicht, kommt es zum Eklat. Der Despot lässt dabei sein Leben und Agaue und ihre Schwester lno müssen einsehen, dass Wein und Gesang doch nicht alles sind im Leben.
    Julia Wessel

    Participating Artists: